Zölibat. 16 Thesen - Buchvorstellung und Gespräch

Bei der kommenden Amazonas-Synode vom 6.-27. Oktober wird es auch um die Frage der Priesterweihe für verheiratete Männer und neue Ämter für Frauen in der katholischen Kirche gehen.

Unter dem Titel „Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ kommen Bischöfe und Ordensleute aus den Regenwaldgebieten Südamerikas im Vatikan zusammen. Bei diesem Treffen wird auch der Zölibat Thema voraussichtlich sehr leidenschaftlicher Gespräche sein. Im Amazonasgebiet ist ein Problem besonders drängend: der Priestermangel. Im Gespräch ist aktuell die Weihe „bewährter Männer“, die auch verheiratet sein können. Außerdem wird die Synode diskutieren, „welche Art von offiziellem Amt der Frau übertragen werden kann“, wie es im offiziellen Vorbereitungsdokument heißt.

Der renommierte deutsche Kirchenhistoriker Hubert Wolf bezieht in seinem neuen Buch eindeutig Position. Vor die Wahl gestellt, dem Priestermangel abzuhelfen oder den Zölibat beizubehalten, muss sich die Kirche im Interesse der heilsnotwendigen Eucharistie gegen den nicht heilsnotwendigen Zölibat entscheiden.

Gastreferenten: Prof. Dr. Hubert Wolf und Dr. Peter Frey

calendar_clock Datum & Zeit
01.10.2019 20:00
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22:00 Uhr
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Zölibat
Hubert Wolf
Zölibat
16 Thesen, Beck Paperback 6363
EAN: 978-3-406-74185-2
Der Zölibat verpflichtet katholische Priester zur Ehelosigkeit. Trotz sexuellem Missbrauch durch Priester wird er bis heute als ein Grundpfeiler der Kirche verteidigt. Hubert Wolf zeigt dagegen, dass der Zölibat gar nicht so alt ist und es heute bereits verheiratete Priester gibt. Er hinterfragt die diversen Begründungen und findet gute Gründe dafür, den Zölibat endlich abzuschaffen. Sein kirchenhistorisch profunder, glasklar argumentierender Weckruf sollte auch im Vatikan gehört werden. Die Ehelosigkeit der Priester wurde mit ihrer kultischen Reinheit begründet. Sie diente dem Schutz der Kirche vor Erbansprüchen legitimer Söhne und später zur Abgrenzung von den Protestanten. Noch von Johannes Paul II. wurde der Zölibat mit Verweis auf Jesus spirituell verklärt. Doch gehäufte Missbrauchsfälle lassen fragen, ob die priesterliche Ehelosigkeit immer heilsam ist. Hubert Wolf stellt die umstrittene Einrichtung rigoros auf den kirchenhistorischen Prüfstand. Er erklärt, wie es zum Zölibat kam, warum die alten Argumente nicht mehr ziehen und welche guten Gründe es heute dagegen gibt: Ausnahmen vom Zölibat haben sich bewährt, der Priestermangel könnte behoben und die Gefahr des Missbrauchs eingedämmt werden. In einem gibt Hubert Wolf den Fürsprechern des Zölibats allerdings recht: Mit seinem Wegfall könnte das klerikale System mit seiner Geringschätzung von 'Laien' und Frauen insgesamt zur Disposition stehen. Und das wäre auch gut so.

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